Jan 30, 2010

Der typische Schwede

Nachdem ich meine gestrige Huldigung an den Schweden im Schnee fertiggestellt hatte, fiel mir auf, dass da noch weitaus mehr Material in meinem Köpfchen ist, das niedergeschrieben werden will. Und da man draussen immer noch nix verpasst weil es ja unverändert Winter ist, dachte ich mir, wieso nicht zu einem kleinen Rundumschlag gegen (die) Schweden ausholen. Das heisst natürlich nicht, dass ich noch zum Rückwanderer werde und Vox bald meinen Umzug nach Deutschland filmen kann, aber manchmal geht einem dieses Volk hier mit seinem Durchschnittsstaat einfach auch mal auf die Nerven. So wie heute. Deswegen jetzt mal ein paar random facts über den Durchschnittsschweden:

Durchschnitt ist eines der Leitmotive in der schwedischen Gesellschaft. Gleichberechtigung, alle haben Recht auf das selbe, wir sind alle gleich...blablabla. Im Grunde ja auch sehr lobenswerte Gedanken, aber: Der Schwede hat das mit dem gleich sein etwas übertrieben. Unentwegtes Gleichmachen von allen plus kritisches Beäugen von überdurchschnittlicher Leistung hat Schweden in einen Durchschnittssumpf verwandelt, in dem alle mehr oder weniger gleich viel verdienen, mehr oder weniger gleich schlau sind und vor allem mehr oder weniger gleich aussehen. Die Männer groß, schlank, ziemlich kurze Haare, die obligatorische schwarzumrandete Intellektuellen-Brille auf der Nase und die enggeschnittene Hose an den Beinen. Die Frauen groß, schlank, blond(iert), gekleidet in schwarze Leggins und einen riesigen T-Shirt Sack, begleitet von Asi-Palme auf dem Kopf (tagsüber) oder knallenge Minikleider mit superhohen Plateau-High Heels (abends), gerne kombiniert mit 1-2 Tonnen Make-up im Gesicht. Inklusive Selbstbräuner. Oh, wir sind ja alle so natürlich hier in Schweden.

Und wo ich gerad schonmal dabei bin, über die Schwedinnen herzuziehen, muss ich auch unbedingt deren super soziale Fähigkeiten erwähnen. Mir geht immer das Herz auf, wenn ich beim Sport sehe, wie die sich vor der Tür zum Gruppentraining drängeln, dann, wenn man rein kann, sich ohne Rücksicht auf Verlust in den Raum pressen, durch gekonnten Einsatz von Ellenbogen sich den Weg vorbei an der Konkurrenz zu den Stepboards bahnen und dann, wenn sie ihren Wunschplatz eingenommen haben, diesen so verteidigen wie sonst nur wilde Tiere im Dschungel ihre Beute. Wirklich, das grenzt schon fast an einen Fall für Amnesty International.

Als Ausländer kann einen solch Verhalten schonmal befremden, vor allem, wo die Schweden ja sonst einen so friedlichen Eindruck machen, wenn sie beispielsweise mit unendlicher Geduld und mildem Lächeln auf dem Gesicht Nummern ziehen und stundenlang an der Käsetheke warten. Aber unter dieser Engelsaura verbirgt sich ein nicht geringes Aggressionspotential, dass gerne beim Sport oder beim Autofahren ans Licht kommt. Oder aber im Ausland. Ganz anders als in ihrem eigenen Land, können sich die Schweden im Ausland nämlich immer daneben benehmen oder sagen wir mal lieber "sich geben, wie sie wirklich sind". Wieso? Na, weil es im Ausland billigen Alkohol gibt! Und den braucht der Schwede ja, um sich richtig gehen zu lassen. Deswegen wimmelt es in Thailand, vor allem in der Winterzeit, nur so von Schweden. Billiger Alkohol und dazu auch noch Sonne und Wärme, das sind ja gleich drei Dinge, die die Schweden so nicht kennen. Achja, und billige Fälschungen von Markentaschen. Sehr interessant, wie viele Schwedinnen ein paar LV, Prada und Chanel Täschchen im Schrank haben. Wer es finanziell nicht nach Thailand schafft, der absolviert in Ägypten das gleiche Programm.

Aber gut, man kann es diesem Volk ja nicht übel nehmen. Vom Staat steuerlich belastet und um angenehme Dinge wie Alkoholgenuss, Zigaretten rauchen und schnell fahren auf Autobahnen gebracht, müssen die armen Schweden schon ins Ausland flüchten, um mal so richtig die Sau rauszulassen. Und das Positive daran ist ja: Die Schweden, die sich im Ausland daneben benehmen, die sind erstmal aus Schweden selbst weg! Das heisst, ich hab ein paar Ellenbogen weniger zu fürchten, wenn ich mich in den wöchentlichen Kampf um das letzte Stepboard begebe. Von daher, hängt ruhig noch ein paar Wochen Urlaub dran!

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